Das Weinhaus „Happ“ unter den Lauben in der Herzog-Friedrichstraße kann auf eine langjährige Geschichte zurückblicken, denn schon 1484 wird ein gewisser Hans Frettner als Besitzer erwähnt. In den darauf folgenden Jahrhunderten wechselte es seine Besitzer mehrmals, unter ihnen der erste Bierwirt Martin Juffinger (zum „Meraner“) im Jahre1783. Nach einem weiteren Besitzerwechsel wird es 1874 von demjenigen gekauft, dem es seinen heutigen Namen zu verdanken hat: Franz Happ.

happ_1873

 

Happ ließ das Haus evakuieren, um es zu renovieren. Und alle – bis auf den im vierten Stock wohnenden Schneidermeister – zogen aus. So passierte es, dass ausgerechnet in der darauf folgenden Nacht das Gebäude einstürzte. Zwar musste seine Frau ins Spital gebracht werden, doch das tapfere Schneiderlein landete unversehrt mit Nähmaschine und Kanarienvogel auf dem Materialhaufen, weshalb er aus Dankbarkeit für diese wundersame Rettung fortan nunmehr mit Zylinder in der Stadt umherging.

Happ war nicht nur für seine Bewirtschaftung und seine Weine bekannt, er hatte außerdem noch – hoch oben, traumverloren im Waldesdickicht, an der so genannten Sillenschmiedquelle – ein Heilbad errichtet, das übrigens schon im Jagdbuch des Kaisers Max erwähnt wird. In allen Berichten über diese Heilquelle (die nach wie vor noch fließt) wird die prachtvolle Naturlandschaft und der einzigartige Rundblick aufs Gebirge und ins Tal gerühmt. Und wieder bekam das Weinhaus „Happ“ einen neuen Besitzer – durch die Heirat Happs Schwester mit einem Mitglied der in Künstlerkreisen wohlbekannten Familie Pfretzschner, die es allerdings jahrelang nur von Pächtern führen ließ. Einer der Pächter (Jakob Riedl) kaufte es, verpachtete es ebenfalls bis es 1921 Frau Maria Schwarz (geb. Riedl) übernimmt. Sie ließ es durch den bekannten Architekten Franz Baumann umbauen. Die Einrichtung blieb bis heute in ihrem in Tirol wohlbekannten Baumann-Stil erhalten.

Frau Schwarz starb im Dezember 1960. Ihre Tochter und später ihre Enkelin führten den Betrieb in der allseits bekannten gastlichen Art Maria Schwarz weiter bis er 1999 von der Familie Furtner übernommen wurde.